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Die Jäger der Arktis

Inuit nennen sich die Menschen der Arktis in ihrer eigenen Sprache, dem Inuktitut.

Die Einzahl von Inuit ist Inuk und heißt schlicht Mensch.

Die in unseren Ohren durchaus wohlklingende Bezeichnung Eskimo ist vom indianischen Wort Esquimantsik (=Rohfleischesser) abgeleitet und war ursprünglich abwertend gemeint.

Seit über 5000 Jahren leben Inuit in der Arktis. Sie kamen von Sibirien und breiteten sich über das heutige Alaska und Kanada bis nach Grönland aus. Ihre traditionelle Kultur war bis ins 20. Jahrhundert hinein gänzlich von der Jagd bestimmt. An der wildreichen Westküste der Hudson Bay jagten die Inuit hauptsächlich Karibus (nordamerikanische Rentiere), aber auch Moschusochsen und Ptarmigan (eine Art Rebhühner). Der überwiegende Teil der Inuit aber lebte ausschließlich von Meeresäugetieren und Fischen.

Auch den Eisbären trifft man hier. Nanuk, den großen Wanderer, nennen ihn die Inuit. Zur Nahrungssuche legt er oft viele Hundert Kilometer zurück. Er besitzt einen ausgezeichneten Orientierungssinn und kann mehr als 300 Kilogramm schwer werden. Mit seiner Pranke erlegt er sogar den Beluga-Wal und zieht ihn auf das Eis.Für die Jagd nach Robben, seiner Hauptnahrungsquelle, hat er unterschiedliche Techniken entwickelt. Entweder wartet er stundenlang bewegungslos am Eisloch, bis eine Robbe nach Luft schnappt, und erledigt sie dann mit einem Prankenhieb.Oder er schleicht sich sehr geschickt an auf dem Eis ruhenden Robben heran. Um dabei nicht entdeckt zu werden, soll er Berichten zufolge sogar seine verräterische schwarze Nase mit der Vorderpranke verdecken.

Die Inuit jagten den Eisbär hauptsächlich wegen seines Pelzes. Das Fleisch ist nicht sehr schmackhaft und wurde nur im Notfall gegessen. Es war sehr mühsam, den Bär mit Hundeschlitten durch das Packeis zu verfolgen und gefährlich, ihn mit der Harpune zu stellen.Heute kommen die Bären, angelockt vom Abfall von selbst zu den Siedlungen. Sie lassen sich nur schwer vertreiben und wären eine leichte Beute für die Gewehre der Inuit.

Robben, Wale und Walrösser liefern den Inuit nicht nur das Fleisch, das aufgrund des Brennstoffmangels fast immer roh gegessen wurde, sondern auch Fett und Talg für die Lampen, Häute für Kleidung und Kajaks, Knochen für Werkzeuge und Waffen, und Sehnen als Schnüre.

Ebenfalls nicht ganz ungefährlich war auch die Jagd auf die großen Wale. Sie wurden früher von größeren Booten mit der Harpune aus gejagt. Nachdem die bis zu zwanzig Meter langen Grönlandwale im 19. Jahrundert von englischen, holländischen und amerikanischen Walfängern beinahe ausgerottet waren, ist die Waljagd heute bis auf wenige Ausnahmen zur Selbstversorgung der Inuit verboten.

Vor 10 000 Jahren wanderten die Vorfahren der Inuit über die Beringstraße nach Alaska und lebten zunächst noch lange Zeit in Gebieten, die nicht von Eis bedeckt waren. Da die südlicheren Gebiete von Indianern bevölkert waren, breiteten sie sich seit etwa 3000 v.Chr. entlang der arktischen Küste und über die arktischen Inseln aus, im Süden bis zur Hudson Bay im Osten bis nach Grönland. Sie lebten in Schneehäusern, jagten mit Pfeil und Bogen und fischten mit der Harpune. Sie benutzten Hunde für die Jagd und als Tragetiere, kannten aber noch keine Hundeschlitten. Um 1800 v.Chr setze eine Kälteperiode ein, und sie begannen Robben und Walrösser zu jagen. Um 1000 n. Chr begann eine länger anhaltende Wärmeperiode, die dazu führte, daß Buckelwale sich von der Beringstraße aus entlang der arktischen Küste ausbreiteten. Ihnen folgten - ebenfalls von Alaska her - die Vorfahren der heutigen Inuit und begründeten die Thule-Kultur.

In Grönland, Labrador und an der Hudson-Bay entstanden kleine Dörfer mit bis zu 100 Einwohnern. Die Thule-Menschen lebten in festen halbunterirdischen Häusern, verfügten über Hundeschlitten, Kayaks, größere Boote aus Walroßhaut (Umiaks) und kannten viele hochspezialisierten Werkzeuge für die Jagd nach Walen, Walrössern und Robben. Ab 1600 wurde es wieder kälter, die Buckelwale verschwanden, und die Thule-Menschen wurden wieder zu Nomaden. In kleineren Gemeinschaften jagten sie nun vor allem Robben, Walrösser und Karibus und bewohnten wieder Iglus und Zelte anstelle von Steinhäusern. In den Wintersiedlungen waren die Iglus relativ groß: Es gab einen Hauptraum mit einem Durchmesser von vier bis fünf Metern und einer Höhe von fast drei Metern, zusätzlich einige Kammern an den Seiten und einen Eingangsbereich. Manche Iglus wurden auch durch Gänge miteinander verbunden. Ein Eisfenster, Isolierung aus Karibuhaut und eine Schneeplattform als Schlafstätte sorgten zumeist für ein etwas behaglicheres Wohngefühl. Iglus, die während der Jagd gebaut wurden, waren weniger komfortabel ausgestattet und wurden von vielen Inuit gemeinsam gemeinsam genutzt.

Das Leben der Inuit änderte sich erneut mit dem Auftauchen von Walfängern, Pelzhändlern und Missionaren. Bald jagten die Inuit nicht mehr nur für den eigenen Bedarf, sondern um Gewehre, Zucker, Tabak und Alkohol einzutauschen. So gerieten sie in Abhängigkeit vom Tauschhandel. Da mit Hilfe des Gewehrs immer mehr Tiere erlegt wurden, geriet auch das natürliche Gleichgewicht der Arktis ins Wanken. So mußten die Inuit immer weitere Wege zurücklegen, um Tiere zu erlegen. Zudem zwang das Christentum den Inuit ihr monotheistisches Weltbild mit fremden Rechts- und Moralvorstellungen auf. Partnertausch und Polygamie wurden verboten und ein anderes Rechtssystem wurde eingeführt. Ursprünglich war es vor allem einem Schamanen, dem Angakok, überlassen zu bestimmen, was passierte, wenn gegen Regeln der Gemeinschaft verstoßen worden war. Dabei ging es nicht um Bestrafung von Schuldigen sondern um die Wiederherstellung eines als natürlich empfundenen Gleichgewichtes. Zu diesem Zweck gab es eine Reihe von Riten, Zaubern und zu beachtenden Tabus. Der Angakok heilte auch Krankheiten und gab Rat bei der Nahrungssuche. Inzwischen haben aber die meisten Inuit das Christentum angenommen.

Die arktische Umwelt wird nicht nur durch das bekannte Ozonloch beeinträchtigt, sondern auch durch die vielen Umweltgifte wie DDT, Dioxine, Furane und PCB. Diese werden in den industrialisierten Regionen erzeugt und über die Atmosphäre in die Arktis transportiert. Polarluft- und -gewässer sind längst nicht mehr rein. Hohe Schadstoffwerte wurden nicht nur in Fischen und Säugetieren des Polarmeeres ermittelt, sondern auch in der Muttermilch von Inuit-Frauen. Eine weitere Bedrohung besteht in dem radioaktiven Abfall, der seit 1959 von der Sowjet-Union im Arktischen Ozean versenkt wurde, sowie noch viel mehr durch die Wiederaufbereitungsanlage im britischen Sellafield. Die Folgen radioaktiver Einleitungen durch die WAA wurden erst kürzlich im Polarmeer nachgewiesen.

Paradoxerweise waren die Inuit in der Vergangenheit nicht nur Leidtragende der Ausbeutung ihres Lebensraumes sondern auch von Maßnahmen, die dem Schutz der arktischen Tierwelt dienen sollten:
Schwer getroffen wurden die Inuit, als die Europäische Gemeinschaft 1983 die Einfuhr von Seehundfellen verbot. Naturschützer - Greenpeace, der World Wildlife Fund und andere Tierschutzorganisationen - hatten aus guten Gründen gegen das Abschlachten von Robbenbabies durch kanadische und norwegische Fangflotten protestiert und den Schutz der Robben gefordert. Der Markt für Robbenfelle brach zusammen. Die Inuit konnten plötzlich ihren Lebensunterhalt nicht mehr aus der Jagd auf ausgewachsene Robben - Babyrobben jagten sie nicht, um die Bestände nicht zu gefährden - bestreiten und mußten sich auch vom Walfang verabschieden. Ein wesentlicher Bestandteil ihrer kulturellen Identität und ihres Sozialsystems brach ersatzlos weg.
Doch heute können die Inuit sich nicht mehr ausschließlich durch die Jagd selbstversorgen. Zwar ernähren sie sich immernoch hauptsächlich aus dem Fleisch wilder Tiere. Aber da die Inuit inzwischen längst in warmen Häusern leben, haben sie einen hohen Aufwand an Heizungskosten, sowie für den Import von verschiedenen Waren. 60-70% der Menschen im Norden Kanadas sind arbeitslos und auf Sozialleistungen angewiesen.

Um ihre traditionelle Lebensweise möglichst weitgehend aufrechterhalten zu können, haben die Inuit Kanadas, Alaskas, Grönlands und Rußlands bereits in den siebziger Jahren die Inuit Circumpolar Conference (ICC) als eigene internationale Interessenvertretung gegründet. Die ICC beschäftigt sich mit den Problemen der Umweltverschmutzung, dem Aussterben von Meeressäugern, dem Raubbau von Rohstoffen aber auch den Alkoholkonsum unter den Inuit.

Eine wichtige Frage dabei ist die Kontrolle des Landbesitzes. Nach kanadischem Rechtsverständnis gehört Land, das keinen Privateigentümer hat, der kanadischen Regierung. Dem stehen die Rechte der Ureinwohner auf die Gebiete entgegen, die sie seit Jahrhunderten bewohnen und nutzen. So setzen die Inuit große Hoffnungen auf die Gründung des neuen kanadischen Bundesstaates 'Nunavut' (='unser Land').

John Amagoalik, Chef der für den Aufbau der Provinz zuständigen Nunavut Implementation Commission, glaubt sogar, daß Nunavut "richtungsweisend für all die Ureinwohner- und Minoritäten-Konflikte dieser Welt" werden wird. Buschmänner aus Botswana und Aborigines aus Australien hätten sich bereits in der 4500 Einwohner zählenden Hauptstadt Nunavuts, Iqaluit, informiert.


Kleines Inuit-Wörterbuch

Anorak=Wetterfeste Jacke
Anori=Wind
Aput=Schnee
Hahinag=Sei gegrüßt
Iglu=kreisrundes, kuppelförmiges Schneehaus der Inuit
Kajak=Einmannboot
Kamutti=Schlitten
Kingmen=Hund
Nalalgak=Leithund
Polar=Besuch
Sawik=Messer
Ulou=Frauenmesser
Siko=Eis
Teriang'Nak=Polarfuchs
Tupik=Zelt
Umiak=Mannschafts-und Transportboot
Sekiliniak=Sonne kommt
Arkajuassuak=Es ist warm
Agpaliarssuit tiktarfiaf=Die Vögel kehren zurück
Tingmissat erniviat=Sie brüten
Ivanit aorsarnialertarfiat=Jungvögel fliegen nach Süden
Talsitsikoutat=Die Seen frieren zu
Tousarfit=Man lauscht



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